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Recht und Ordnung •

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 Betreff des Beitrags: Recht und Ordnung
BeitragVerfasst: Samstag 7. Dezember 2013, 14:39 
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Mondflüchtling
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Es gab in England natürlich allgemeingültige Gesetze, die weitestgehend auch heute noch logisch nachvollziehbar sind, jedoch nicht alle.
Recht gesprochen und eine eventuelle Strafe verhängt hat normalerweise der jeweilige Lehensherr, in den freien Städten trat zuweilen jedoch sogar ein kleines Gericht mit Geschworenen zusammen oder der Bürgermeister übernahm das Amt des Richters.
Im Allgemeinen waren die Verhandlungen jedoch recht armselig. Zeugenaussagen galten in den meisten Fällen schon als "Beweis"; stand Wort gegen Wort, so zog der niederen Standes für gewöhnlich den Kürzeren.

Wie fair oder unfair die Verhandlungen liefen, hing also sehr vom jeweiligen Verantwortlichen ab. Sir Warrick Wolviston von Norham war zum Beispiel dafür bekannt, dass es oftmals nicht einmal eine Verhandlung oder eine Anhörung gab. Behaupteten seine Schergen, ein Verbrechen liege vor, fällte er zumeist sofort den Richterspruch. In Etal hingegen war man zumindest um die Wahrheitsfindung bemüht und in North Sunderland bekam meistens der Recht, der sich höherer Beliebtheit erfreute. Ein Geständnis unter Folter galt natürlich ebenfalls als Beweis.

Hier mal eine Beispielhafte (natürlich unvollständige) Auflistung von möglichen Gesetzen:

    - Die Adligen waren ihrem König zur Treue verpflichtet. Rief er zum Krieg, hatte jedes Lehen mindestens einen Ritter mit Anhang zu stellen.
    - Die Adligen und Städte waren verpflichtet, an den König Steuern zu zahlen, abhängig von der Größe des jeweiligen Landes und der Einwohner
    - Das einfache Volk, speziell die freien Bürger widerum hatte Steuern an die jeweilige Stadt oder den jeweiligen Lehensherren zu zahlen; die Höhe des Betrages wurde von der jeweiligen Stadt/Lehensherr festgelegt und musste nicht unbedingt in der Relation zu dem Steuersatz liegen, den der Adlige dem König zu zahlen hatte.
    - Leibeigene Bauern mussten einen Teil ihres Ertrages ihrem Lehensherren abgeben; Handwerker zahlten ihre Steuern zum Teil bar, zum Teil mit Arbeit ab.
    - Es gab auch Pächter, die einen Teil an ihren Lehensherren abgeben mussten, der war jedoch in den meisten Fällen geringer, als der der Leibeigenen
    - Leibeigene/Unfreie hatten so gut wie keine Rechte und mussten jeden Befehl ihres Herren ausführen. In einigen Gegenden kam Leibeigentum mit Sklaventum gleich. Eine Flucht oder Gehorsamverweigerung wurde schwer geahndet.
    - Eine Frau hatte eine Mitgift in die Ehe zu bringen (die zumeist von ihren Eltern gestellt wurde)
    - Nur Adlige durften eine zweischneidige Klinge (aka Schwert) offen tragen.
    - In den Städten galt an Markttagen der "Marktfrieden". - Waffen am Gürtel zu tragen war (außer von den Wachen) an diesen Tagen nicht erlaubt, auch nicht für die Adligen. Die jedoch hatten das Recht ihr Schwert symbolisch im Arm zu tragen.
    - Verboten waren natürlich Dinge wie Diebstahl, Mord, Ehebruch etc.
    - Vergewaltigungen waren zwar verboten, aber in den meisten Fällen (v.a. bei unverheirateten Frauen niederen Standes) wurde darüber hinweggesehen; Frauen hatten wenig zu melden.
    - Was ebenfalls schwer geahndet wurde, war sich eine Vorgaukelung falscher Tatsachen: wer sich Adliger ausgab, ohne einer zu sein, hatte wirklich ein Problem
    - Was auch so gut wie überall mit dem Tode bestraft worden war, war Hexerei, Heidentum, Gotteslästerung, Teufelsanbetung… und natürlich Vampirismus und Lykanthropie

Es gab viele Standartdelikte, deren Bestrafung weitestgehend festgelegt waren, so wurde Hexerei (u.ä.), Lycanthropie, Vampirismus und natürlich Mord grundsätzlich mit dem Tode bestraft. Oft gab es ein gängiges Strafmaß für ein bestimmtes Delikt, dass jedoch je nach Gegend abweichen konnte; und der "Richter" hatte immer das Recht, ein anderes Strafmaß als das übliche zu Verhängen.

Gängige Strafen waren:
    - Tod (gegebenenfalls mit vorangegangener Folter)
    - Ehrenstrafen (man hatte einige Zeit am Pranger oder in der Schandgeige zu verbringen)
    - Geldstafen oder abarbeiten der Schuld
    - Peitschenhiebe oder Stockschläge
    - Verstmümmelungsstrafen
    - Kurze (!) Freiheitsstrafen

Folter wurde selten als eigentliche Strafe eingesetzt, sondern eher zur "Wahrheitsfindung" genutzt, oder um eine Todesstrafe noch etwas auszuschmücken. Gefängnisstrafen waren selten, da es eine Belastung war die Gefangenen durchzufüttern; meistens wurden die Leute nur so lange in Gefängnissen und Kerkern festgehalten, bis das Urteil vollstreckt wurde. Ausnahme waren da gefangene Adlige des Feindes. Die behielt man gern im Gefängnis um sie gegen ein hohes Lösegeld später wieder loszuwerden.
War man sich über die Rechtsprechung uneinig, so wurde nicht selten zum Gottesurteil gegriffen: der Angeklagte durfte sich im Kampf mit seinem Kläger messen; beide hatten das Recht, einen Kämpfer zu engagieren, der die eigentlichen Angeklagten/Kläger ersetzte . Überflüssig zu erwähnen, dass hier Reichtum zumeist entscheidend war. Je nach schwere des Deliktes waren die Regeln und Waffen unterschiedlich. Für kleinere Delikte wurde mit "ungefährlicheren" bzw. stumpfen Waffen gefochten bis Blut floss oder einer aufgab; bei Mord oder ähnlich schweren Vorwürfen wurde bis zum Tod gekämpft. Manchmal wurde auch der Stand eines Kämpfers erschwert, wenn es dem Richter in den Kram passte. So kam es beispielsweise vor, dass jemand mit einem stumpfen Schwert gegen ein scharfes kämpfen musste o.ä.
Aus all dem geht hervor, dass die Adligen selbst, vor allem der Lehensherr, ziemliche Narrenfreiheit hatte. Erst wenn er einem anderen Adligen ärger machte und die Sache nicht geregelt werden konnte, ging es vor ein höheres Gericht.


Schottland

Als Schottland annektiert wurde, wurden die dortigen Adligen einfach "abgesetzt" und durch Lehensherren Englands ersetzt. Weiter im Norden bewohnten die neuen englischen Lehensherren auch dann die jeweilige Burg, in den Grenzgebieten wurden die Englischen Lehen jedoch des Öfteren einfach ausgeweitet.
Das schottische Volk wurde komplett zu Leibeigenen erklärt; sie hatten es im Regelfall noch deutlich schwerer, als die englischen Leibeigenen.
- Die Steuer-/Abgabesätze waren wesentlich höher
- Niemand durfte offen Waffen tragen, dazu gehörten auch Messer ab einer bestimmten Länge
- Nicht nur das Land, auch anderer Besitz wurde vielen Schotten einfach genommen
- Es wurde das Gesetz der Primae Noctis eingeführt: heiratete ein schottisches Paar, so hatte der englische Lehensherr das Recht die Frau in der ersten Nacht mit sich zu nehmen und zu "beglücken". Alternativ konnte er einen (von ihm festgelegten) Betrag verlangen, womit die Frau ausgelöst werden konnte. Meistens war der jedoch so hoch, dass ihn sich ein zwangsverarmter Schotte nicht leisten konnte.
- Sämtliche Strafen vielen in Schottland wesentlich härter aus.

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